Gedanken über St. Aegidien zu Oschatz
Filigran die Türme, Stein auf Stein,
harmonisch geformt, gefugt, sich zur Krone hin verjüngend, hoch hinaus,
dem Himmel mit Macht entgegen
strebend, eherne Würde, Zeugen sturmvoller Vergangenheit,
Glockengeläut.
Vom Feind und Feuer kündend, der Ruf zum stillen Gebet, müchsam der Aufstieg,
Stufe für Stufe, erschöpft, klein die Umgebung, doch existent, glücklich, glücklich empfindend der
Ruhe, Blick in die Weite, Gedanken
schweifend von Horizont zu Horizont.
Wissend, danach wieder und wieder
ein Horizont, endlose Endlichkeit,
Schweigen, Abstieg, wieder hölzerne Stufe für Stufe,
bis der steinerne Klang und Schritt frei lenkt, um noch einmal in Ehrfurcht,
die Spannung des Chorraumes spürend, Frieden und Gott so nah.
Dr. v. Ohlen, Blomberg