Förderverein "Rettet St. Aegidien" e.V. Oschatz

 

Zwei Welten in St. Aegidienkirche vereint

 

Belgischer Mädchenchor Scala & Kolacny Brothers begeistert rund 600 Besucher

 

Oschatz. Nicht jeder Christ mag Rockmusik. Nicht jeder Atheist war schon einmal in einer Kirche. Die einen wie die anderen einte am Freitagabend ein Ziel – sie alle wollten den berühmten belgischen Mädchenchor hören, der es schafft, Klassik mit Rock populär zu vereinen. Dicht gedrängt saßen die Fans von Scala & Kolacny Brothers auf den Bänken der St. Aegidienkirche und waren begeistert. Sie trampelten mit den Füßen, klatschten, johlten und bekamen als Dankeschön mehrere Zugaben.
Aus dem großen Repertoire der Coverversionen bekannter Rock- und Popsongs, Eigenkompositionen und Spirituals brachte der Chor vor allem mit einem Abba-Medley und bearbeiteten Titeln wie „Hungriges Herz“ von Mia, „With or without you“ von U2 und „Es ist vorbei, byebye Junimond“ von Echt die Kirche zum Beben. Eines dieser Lieder hatte Yvonne Altermann auf ihrer Hochzeit gehört. Auf Plakaten sah sie die Konzertankündigung, überzeugte ihre Kolleginnen aus dem Steuerbüro und so waren die drei aus Grimma mitten unter den 600 Besuchern.
Auf Nachfrage von Steven Kolacny, Songwriter und Klavierspieler, stellte sich heraus, dass Zuhörer aus Hamburg, Bayern, einige noch von weiter her als der Chor, angereist waren. Das begeisterte die Künstler, für die der Auftritt in einer Kirche eine neue Erfahrung war. „Wir hatten etwas Schwierigkeiten mit der Akustik. Damit die Leute auch in den Seitenschiffen gut hören, brauchten wir mehr als die vier Lautsprecher, die wir mitgebracht hatten“, sagte Chorleiter Stijn Kolacny nach dem Konzert. So ging der Klang der Stimmen tatsächlich an mancher Stelle im lauten Dröhnen der Instrumente unter.
Weniger Technik hätte sich auch Michael Kaiser aus Döbeln gewünscht: „Mehr a capella wäre schön gewesen, damit man die Stimmen klarer hört.“ Er gehörte zu den zwölf Leuten, die Nicolle Gramsch zusammengetrommelt hat. Sie kennt Scala aus dem Radio, besitzt eine CD und fand den Auftritt genial: „Es hätte noch viel länger sein können.“ Von „Gänsehautfeeling, toller Präsentation und klasse Stimmen“ sprach auch der 36-jährige Daniel Wagner aus Chemnitz. Auch Axel Döring (18), Stefan Plewe (19) und Stephanie Döbler (18) aus Cavertitz waren begeistert. „Wir sind sonst nicht Fans von einem Chor, aber Scala bringt moderne Texte und Musik, die man sonst nur im Radio hört, hier im Kirchenraum. Das ist einfach eine gute Verbindung“, waren sie sich einig.
Es ging auf, was sich der 22-jährige Organisator Johannes Wolf erhofft und dem Kirchenvorstand versprochen hatte. Seine erste große Veranstaltung verlief positiv: „Ich denke, so etwas in Zukunft fortzusetzen.“

Ines Witt-Klotz